Euro immunisiert sich gegen schlechte Nachrichten


Bei meinem gestrigen Silbertrade hatte ich leider Pech. Zwar wurde ich wie geplant in die Shortposition eingestoppt, die Notierungen fielen anschließend aber kaum noch weiter.

Mehr Glück habe ich vielleicht im EURUSD. Der zeigte sich in den letzten Wochen vergleichsweise stabil. Seit Mitte August pendelten die Notierungen zwischen 1,26 und 1,29 US-Dollar. Erst am Montag prallten die Notierungen von der oberen Begrenzungslinie nach unten ab.
Ein Einstieg bei knapp 1,26 US-Dollar mit engen Stopp erscheint mir chancenreich. Die letzten Tage zeigten, dass die Notierungen wieder weitestgehend von der Charttechnik und weniger von der fundamentalen Lage in Europa bestimmt werden. Das war im Frühjahr noch anders, als selbst kleinste negative Meldungen aus Europa die Kurse auf Talfahrt schickten, vorbei an allen Unterstützungen.

Inzwischen interessieren diese Meldungen niemanden mehr. Irland steht vor der Abwicklung der Anglo Irish Bank, die den Staatshaushalt mit bis zu 70 Mrd EUR belasten könnte. Das entspricht 50% des BIPs des kleinen Landes. Aber selbst wenn es zu keiner Abwicklung käme, wird die Bank den Staat noch Milliarden kosten.
Wirkungen auf die Kurse des Euro? Keine.

EURUSD Dailychart 08.09.2010
Abwärtstrend bei 1,3050, Seitwärtsrange zwischen 1,26 and 1,29
Abwärtstrend bei 1,3050, Seitwärtsrange zwischen 1,26 and 1,29

Griechische Staatsanleihen notieren inzwischen nahe der Tiefs. Zehnjährige Anleihen rentieren mit 11,6%. Das ist nur knapp unter dem Hoch von Mai. Damals verlor der Euro mehrmals in Folge gleich mehrere Cent an Wert pro Tag. Damals sah sich die EZB genötigt, das Versprechen, keine Staatsanleihen zu monetarisieren, zu brechen und Anleihen für dutzende Milliarden zu kaufen.
Heute interessiert sich für die gleichen Probleme niemand mehr. Wirkungen auf die Kurse des Euros? Keine.

Diese Immunisierung gegen schlechte Nachrichten stimmt mich mittelfristig positiv. Sollte der Euro aus seiner aktuellen Tradingrange nach oben ausbrechen, dürfte es meiner Meinung nach zu einer länger anhaltenden Aufwärtsbewegung kommen.
Weniger positiv für den Euro, aber nicht minder attraktiv für Trader dürfte sich ein Ausbruch nach unten gestalten. Die im Juni begonnene Korrektur dürfte dann beendet sein und etwas weiter abgesicherte Shortpositionen dürften sich als einträglich erweisen.

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